This page looks plain and unstyled because you're using a non-standard compliant browser. To see it in its best form, please upgrade to a browser that supports web standards. It's free and painless.
| « | Mai 2007 | » | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |
| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
| 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 |
| 28 | 29 | 30 | 31 | |||
Oktober 2008
März 2008
Februar 2008
Januar 2008
Dezember 2007
Oktober 2007
September 2007
August 2007
Juli 2007
Juni 2007
Mai 2007
April 2007
März 2007
Februar 2007
Januar 2007
Dezember 2006
November 2006
Oktober 2006
September 2006
August 2006
> Es wird wieder Zeit...
> life is a play; game the play
> AUSTRALIEN - Part II - Confusion
> With a little help from my friends...
gedanken und meinungen [43]
freizeit [25]
not categorized [17]
film, musik, etc [16]
arbeit [1]
fh [6]
blog network
SLux
vossi
kls
jbauer
cPerhab
vespertine
ho.pe
xschwarz
andi g.
control panel
silentAlarm admin
favs itchy
telepolis
heise.de
fm4
derStandard
lj.cc
deezer.com
lifehacker
fm4 - blumenau
...bald mal wieder was stehen... wird es auch...
Nennt mich "die Inkonsequenz" in Person... :)
Achja: Heute ist der "Towel Day"... also... alle Hitchhiker und Douglas Adams Fans... holt eure Handtücher raus :)
http://de.wikipedia.org/wiki/Towel_Day
"denn wer sein Handtuch dabei hat, hat die anderen Dinge schon auch, aber gerade nicht dabei... deshalb werden diese ihm gerne geliehen..."
"I will be chasing a starlight
Until the end of my life
I don't know if it's worth it anymore"
Muse - Starlight

Man liest ein Buch… es ist einem nicht unbekannt… vor Jahren hatte man es schon verschlungen… mehr geistig abwesend als wirklich aufmerksam… und dann liest man es erneut und denkt sich beim Verschlingen der Zeilen nur wie konnte man das bloß überlesen.
Es hätte mich damals vom Lesesessel / aus dem Bett schmeißen müssen. Oder es hätte mir zumindest wie diesmal ein gesäuseltes „so fuckin‘ true“ entlocken müssen. Das schmale Büchlein von Ray Bradbury, welches ursprünglich den Namen „The Fire Man“ hatte, wirkt trotz der quantitativ niedrigen Seitenzahl doch um vieles dicker. Heute bekannt unter dem Namen „Fahrenheit 451“ erschafft der Science Fiction Roman eine zukünftige Welt in der Feuerwehrmänner nicht Brände löschen, sondern legen. Konkret werden dabei Bücher als „Quell des Unglücks“ verbrannt. Einschüchtern sollte man sich vom Wortgefüge „Science Fiction“ allerdings nicht lassen. Zumindest sollte man sich keine Star Wars / Star Trek überzeichnete SciFi Welt ausmalen. Wenn man es heutzutage liest glaubt man eher, es handle von der Gegenwart. Zumindest ging es mir so.
Bedingungsloser, stupider Konformismus wird einer wiedergefundene Emotions- und Eindruckspalette – und dem damit verbundenen wachsenden Individualismus – des Protagonisten Guy Montag gegenübergestellt. Eine Welt kontrolliert von gefühlsfreier, aufgesetzter,
allgegenwärtiger Happiness, dessen Kehrseite nur hin und wieder durchzuschimmern scheint. Wirkliches Interesse an seinem Gegenüber hat man nicht mehr, man heuchelt es nur mehr vor. Wann und wie man zusammengekommen ist, ist ebenfalls in eine nebulöse Ferne gerückt. Anstatt wirkliche Gespräche zu führen setzt man sich vor die Fernsehwände und lässt sich von den 3D Bildern berieseln.
Um einen etwas tieferen Eindruck zu gewinnen möchte ich einen Absatz der deutschen Fassung des Buches zitieren, bei der mit die oben genannten gesäuselten Wörter entflohen. Die Stelle handelt von einem Zwiegespräch zwischen Feuerwehrhauptmann (Beatty) und Hauptprotagonisten (Montag), in dem es – zumindest vordergründig – um die Krankheit und dem Fortbleiben Guy Montags vom Dienst geht. Beatty versucht Montag die Sinnlosigkeit seines aufkeimenden Individualismus (von dem Beatty zwar noch nichts Konkretes weiß, aber schon eine Ahnung hat) vor Augen zu führen:
„Zum Glück gibt es so ausgefallene Dinger wie sie (Anmk.: die Rede ist von einem Mädchen, welches Montag die Augen öffnete und später dann gestorben war) nicht oft. Wir wissen, wie man das im Keime erstickt. Ohne Nägel und Holz kann man kein Haus bauen. Will man den Bau eines Hauses verhindern, beseitige man die Nägel und das Holz. Will man verhindern, dass es politisch Unglückliche gibt, sorge man dafür, dass der Mensch nicht beide Seiten einer Frage kennenlernt, nur eine davon. Oder noch besser gar keine. Er soll vergessen, dass es so etwas wie Krieg gibt. Ist die Regierung unfähig, aufgebläht und im Besteuerungswahn – schlimmer ist es, wenn sich die Leute darüber Gedanken machen. Seelenruhe, Montag. Beschäftige die Menschen mit Gewinnspielen – wer am meisten Schlagertexte kennt oder Hauptstädte aufzählen kann und dergleichen. Stopfe Ihnen den Kopf voll unverbrennbarer Tatsache, bis sie sich zwar überladen, aber doch als ‚Fundgrube des Wissens‘ vorkommen. Dann glauben sie, denken Menschen zu sein und vom Fleck zu kommen, ohne sich im Geringsten zu bewegen. Und sie sind glücklich, weil diese Tatsachen keinem Wandel unterworfen sind. Es wäre falsch, ihnen so glitschiges Zeug wie Philosophie oder Soziologie zu vermitteln, um Zusammenhänge herzustellen. Das führt nur zu seelischem Unglück. Wer eine Fernsehwand auseinandernehmen und wieder zusammensetzen kann –und das kann heute ja fast jeder –, der ist glücklicher als derjenige, der das Universum ausmessen und auf eine Formel bringen will, was sich nun einmal nicht tun lässt, ohne dass der Mensch dabei vereinsamt. Ich weiß Bescheid, ich hab’s auch versucht, zum Teufel damit. Her mit den Clubs und den Festen, den Seiltänzern und Zauberkünstlern, den Draufgängern, den Rennwagen und Hubschraubern, her mit Sex und Drogen, mit allem, was automatische Reflexe auslöst. Wenn das Theaterstück schlecht ist, der Film schwach, das Hörspiel nichtssagend, erhöhe die Lautstärke. Ich bilde mir dann ein ich hätte was von dem Stück, wo ich doch bloß vom Schall erschüttert bin. Mir ist es egal. Ich will unterhalten werden.“
Erschreckend welch exaktes Bild Ray Bradbury zeichnet. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Buch 1953 (!) erschienen ist. So treffend, so herrlich… und dabei stimmt es heute mehr zu als je zuvor. Ich empfehle dieses Buch nicht nur Liebhabern von Dystopien… Jeder mit halbwegs kritischem Geiste ist dazu aufgefordert die 187 Seiten in sich aufzunehmen… Ich werde es noch öfter tun…
Um das Werk nicht nur in einen sozialkritischen Kontext zu stellen muss ich fast noch eine wunderschöne Stelle zitieren, um zu zeigen, dass es auch stilistisch ein herausragendes Buch ist:
„Volle drei Sekunden, eine Ewigkeit, ehe die Bomben einschlugen, waren die gegnerischen Flugzeuge selber bereits wieder halb um die sichtbare Welt herum, wie Geschosse, an die ein Wilder wohl nicht glauben würde, da sie unsichtbar waren; und doch wird auf einmal das Herz zerschmettert, der Körper fällt auseinander, und das Blut ist erstaunt, ins Freie zu gelangen; das Gehirn verschleudert seine paar kostbaren Erinnerungen und stirbt, ohne zu verstehen.“
Manchmal... selten... aber doch... fehlen mir die Worte, wirklich das auszudrücken, was mir bei solch einem Gedankengut durch den Kopf geht... etwas später vielleicht... wenn sich eine Struktur abzeichnet...
By the way: restliches März Review kommt noch... Jetzt muss ich ja dann bald ein April Review hinten dranstellen... da ist aber net so viel passiert ;)