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Genauso wie "High Fidelty" ist auch "A long way down" von Nick Hornby ein großartiges Buch. Es erzählt von vier verlorenen Seelen die sich auf dem Dach eines Londoner Hauses zufälligerweise treffen... Durch das gegenseitige Stören bei einem durchaus sehr intimen Moment wie dem Suizid, sehen sie ein, dass sie den richtigen Zeitpunkt verpasst haben...
Was folgt ist eine – von Nick Hornby wunderschön geschilderte – Charakterentwicklung und ein Vorantreiben des Erzählstrangs anhand
der negativen Einstellung der Vier zum Leben und den damit verbundenen Umständen. Abwechselnd wird man in eine der vier Personen versetzt und erfährt mehr und mehr von ihnen...
Ein Buch, welches man nicht zur Seite legen kann. Das Geschehen und das Handeln der lebensmüden Truppe fesselt durchgehend... Mehr als nur Unterhaltung... ein Roman der zum Nachdenken und zur Selbstreflexion anregt..
Es folgt ein Auszug um zu zeigen wie wunderbar Hornby es versteht mit Bildern und Vergleichen zu arbeiten. Da kann ich nur neidisch den Kopf senken...
"Und bei mir ist es dasselbe: Ich leide an Phantasiemangel. Ich konnte an jedem einzelnen Tag meines Lebens tun, wozu ich Lust hatte, und offensichtlich hatte ich nur Lust, mir die Birne zuzuknallen und Streit anzufangen. Mir zu sagen, ich könnte tun, was immer ich ich will, ist so, als würde man den Stöpsel aus der Badewanne ziehen und dann dem Wasser sagen, es könnte laufen, wohin immer es wollte. Probiert es mal und wartet, was passiert."
Gerade eben über diese Zeilen in "A long way down" gestolpert. Die einfach nur.... wow sind... die einfach nur stimmen und wahrer nicht sein könnten...
"Wir alle wenden so viel Zeit dafür auf, nicht zu sagen, was wir wollen, weil wir wissen, dass wir es nicht kriegen können. Und weil es unhöflich wäre, oder undankbar, illoyal, kindisch oder banal. Oder wir wollen so verzweifelt vortäuschen, es wäre alles in Butter, dass wir nicht mal uns selbst das Gegenteil eingestehen. Na los, sagt, was ihr wollt. Vielleicht nicht laut, falls ihr sonst Ärger kriegen könntet. 'Ich wünschte, ich hätte nie Kinder mit ihr bekommen.' 'Ich wünschte, ich hätte irrsinnig viel Geld.' 'Ich wünschte, sie wäre noch am Leben.' [...] Die Wahrheit wird euch befreien. Entweder das, oder ihr kriegt eins auf die Nase. Egal, welches Leben ihr führt, darin zu überleben heißt lügen, und Lügen zerfrisst die Seele, also macht bloß mal eine Minute Pause vom Lügen."
"Schüttel die Grütze aus der Mütze"
Krieg seit einigen Wochen den Kopf nicht mehr frei. Das ist grausam und blockiert bei allen anderen Tätigkeiten.
Mist...
Notiz an mich und alle Interessierten:


Zuviele Gedanken auf einmal... tausend Sachen möchte ich schreiben. Einiges geht vor, doch alles zu erfassen fällt schwer. Wo nur anfangen?
Wenn einem ein Gedanke nach dem anderen durch den Kopf jagt, und man zwei Sekunden später schon vergessen hat, was man zuvor eigentlich erledigen wollte. Momentan gehts mir fast so, als wäre mir die eigene
Haut, meine eigene Welt, viel zu klein geworden, um darin selbst Platz zu finden. Man möchte Explodieren, doch gewisse Umstände hindern einen daran. Eigentlich war bis vor kurzem alles passiv, ich ließ alles auf mich zukommen. Doch jetzt drängt sich in mir etwas, dass förmlich nach Aktivität schreit. Keine Minute mehr vergeuden. Jede Sekunde nutzen, um sich selbst zu verwirklichen. Ein unglaublicher Energieanfall könnte man meinen. Aber woher so plötzlich? Der Auslöser? Keine Ahnung. Unglaubliche Freude und doch innere Unruhe... Nervosität, unerklärlich... Ein seltsames und doch so großartiges Gefühl.
Nachdem alle in ihren Blogs fleißig von ihrem DA Leben berichten, werd ich das jetzt auch tun.
Ein Bild sagt ja bekanntlich mehr als tausend Worte, dementsprechend:

Ich lass da jetzt mal etwas Platz für Interpretationsspielraum... ;)
P.S.: Die Reform der Rechtschreibreform, lässt mich nicht mehr so ganz durchblicken. Besondere Angst habe ich vor folgenden Kombinationen: "Rad fahren" oder doch "radfahren"... naaaaa...wie jetzt? *seufz*
Listening to:
Wolfmother - Woman;
Franz Ferdinand - Soundbites;
...and a whole bunge of other contemporary music...
Currently Reading:
for my own pleasure:
Alexander Steele - Romane und Kurzgeschichten schreiben;
Reinhard P. Gruber - Aus dem Leben des Hödlmoser;
Nick Hornby - A long way down;
Helga Esselborn Krumbiegel - Von der Idee zum Text;
else:
diverse themenspezifische Fachliteratur *yawn*
Lately Watched:
Night of the living Dead;
Hader Privat;
Sophie Scholl;
Cecil B.;
Mhm... auch Österreich hat einen Musikpreis. Und der gestaltet sich - zumindest in einer Kategorie - erfrischend anders als internationale Vergleichsformate.

Es kommt ihm zwar nicht einmal ein Bruchteil der Beudeutung eines Echos, oder gar Grammys zu, aber solche Preise interessieren einen wirklichen Künstler sowieso nicht.
Diese Augenauswischer-Shows dienen nur der erkauften Steigerung des - ohnehin schon hohen - Bekanntheitsgrades verschiedenster 'Entertainer'.
Der österreichische Amadeus Award lässt einen Funken an Hoffnungsschimmer durchblicken. Er vermag es zumindest in einigen Kategorien WIRKLICHE Musik und Musiker zu nominieren (keine gecasteten Bands; keine durchproduzierten Püppchen; keine altersschwachen A-Popikonen ==> diese Kategorien gibt's natürlich auch, aber daneben glücklicherweise auch 'alternativ' besetzte).
Nicht ganz unbeteiligt dürfte dabei FM4 sein. Ein Radiosender, der zwar nicht auf meine uneingschränkte Sympathie hoffen kann, aber wenigstens als einziger Vertreter seines Mediums den Versuch unternimmt zeitgenössischer Populärmusik eine Plattform zu bieten. (Soundportal findet da eine etwas andere Balance, die mir zwar auch sehr zusagt, bleibt aber von der Größe der Hörerschaft - so hart es nun auch klingen mag - unbedeutend.)
Beim heurigen Amadeus Award gibt es eben wieder diese herausstechende und nenenswerte Kategorie namens "FM4 Alternative Act des Jahres", welche mit herausragenden (aber der breiten Masse unbekannten) Künstlern unseres Landes bestückt ist.
Zur Abstimmung über den Sieger des heurigen Jahres stehen folgende österreichische Bands:

Quelle: Screenshot der FM4 Homepage
Mein Appell an die eifrigen Leser: Abstimmen, falls ihr Willens und in der Lage seid.
Ich persönlich schwanke bzw. schwankte zwischen zwei Bands, obwohl mir bis auf "Kamp" alle sehr gut gefallen. In meine engere Wahl kamen "The Staggers" (schließlich muss ich die bei mir heimische Truppe unterstützen) und "Naked Lunch" (wer den Teil 1 der März Review gelesen hat, weiß wie ich über diese Band denke).
Naja, was soll ich sagen. Obschon ich die Stückeln beider Bands oft höre / gehört habe und sie mir wirklich gut gefallen, musste eine Entscheidung gefällt werden. Schließlich wiesen die Radiobuttons der FM4 Abstimmungsseite auf eine Single-Choice Auswahl hin... Knifflig... aber doch eindeutig:
Der 60ties Rock n' Roll der Staggers läd immer wieder aufs neue zum Tanzen und Shaken ein, und ich möchte die Musik in keinster Weise missen (gut zum Tanzen, aber eben nicht mehr; passend dazu der kritische Kommentar von Oliver Welter: "Von jungen Menschen kommt da eine Reproduktion dessen, was ihre Väter gemacht haben - das finde ich erbärmlich"), aber Naked Lunch steht bei mir mometan sehr hoch im Kurs. Nicht nur musikalisch. Die ganze Einstellung der Band, die - über den Tellerrand blickende - Sichtweise, die etwas verschrobene und arrogant wirkende Präsenz (immer mit einem Augenzwinkern versehen) bei Interviews... einfach herrlich... NL sind Balsam für die Seele. Für meine Seele.
Das hieß für mich [x] Naked Lunch.
Die Ausstrahlung des Awards findet am 18.Mai 2007 ("Der österreichische Musikpreis wird am 17. Mai 2007 erstmals im Wiener Gasometer verliehen. Ö3-Moderator Andi Knoll führt durch den Abend. ORF 1 sendet die Award-Show am 18. Mai 2007 um 21:15 Uhr." Quelle: http://www2.aon.at/amadeus/news/Amadeus_2007.php) statt.
Wer sich noch an die Auftritte von "Drahdiwaberl" (Stefan Weber wurde für sein Lebenswerk geehrt) und "Gustav" erinnern kann, wird auch diese Amadeus Awards in freudiger Erwartung einschalten / besuchen...
In diesem Sinne... gute Unterhaltung ;)
P.S.: Review - Teil 2 gedeiht und gedeiht...
Edit am 17.04.2007: Hab gerade gesehen, dass die Kaiser Chiefs am Am. Award auftreten werden. Ein Grund mehr mal den Fernseher zu aktivieren...
Als ich es tat, war's mir gar nicht bewusst... Aber jetzt... Boah... Prinzipiell sollte es ja jeder Mann auf seiner ganz persönlichen ToDo-Liste haben. Ich hab jedenfalls heute ein dickes Häkchen daneben gesetzt:

P.S.: Teil 2 der Rückblickserie ist in Arbeit... heute eventuell sogar noch fertig...
Das einzig Sinnvolle, das ich aus dem Film „The Time Machine“ (Simon Wells) mitnehmen konnte, war die Feststellung, dass wir doch alle unsere kleinen Zeitmaschinen hätten. Der Film, ein durchwegs maues Werk, beinhaltet die Botschaft – die meiner Meinung ruhig mehr zur Geltung kommen könnte – dass die Erinnerung die Zeitmaschine in die Vergangenheit wären, wohingegen Träume uns in die Zukunft blicken lassen. Ich habe den Originaltitel von H.G. Wells (unter anderem auch bekannt durch „Krieg der Welten“), leider nicht gelesen, aber die durchschnittliche Schauspielerei eines Guy Pearce (der mir in Memento sehr gut gefällt) rettet die Kinoadaption des Romans auch nicht. Vielleicht sollte man sich einfach nicht auf Wells Romane einlassen. Ich erinnere bei dieser Gelegenheit an die desaströse „The war of the worlds“ Verfilmung (Tom Cruise lässt grüßen) und neuzeitliche Interpretation des genreprägenden Schriftwerks.
Worauf ich hinaus will? Letztendlich bin ich noch immer das versprochene „dicke Review“ der letzten Wochen schuldig. Den Entschluss zum Schreiben hatte ich ja in der näheren Vergangenheit mehrmals gefasst. Inhaltlich war ebenfalls der Weg zur Reproduktion der Ereignisse geebnet.
Eine Woche verstrich.
Auch die zweite verflog.
Kein Eintrag.
Dabei dachte ich beinahe jeden Tag über einen zukünftigen Blogeintrag und dessen Inhalt nach. Je mehr ich im Verlauf der Zeit nachdachte, umso mehr veränderte sich meine Sichtweise des erlebten. Der Blick auf die jeweilige Situation, auf die beteiligten Menschen… es veränderte sich, permanent. Wann bekommt man demnach einen Moment wirklich zu fassen? Rein objektiv vielleicht schon, als Individuum wahrscheinlich nie. Scheint zumindest so. Heißt dass, das die Vergangenheit, obwohl sie schon passiert ist, sich mit der Gegenwart verändert? Wir verändern uns, und damit auch unsere Vergangenheit. Man könnte zwar zurückreisen, und rein faktisch betrachtet würde es vielleicht gleich ablaufen, trotzdem sähen wir diese Vergangenheit mit anderen Augen, da wir selbst ja anders wären… Schön langsam beginne ich zu verstehen, was Prof. Lesch (Alpha Centauri @ BR) damals mit der Zeitreisetheorie meinte.
Teilweise bereue ich meine Inkonsequenz beim
Schreiben der Einträge.
Zum Beispiel kann ich die Energie vom Naked Lunch
Konzert vom 13. März nurmehr schwer weitertransportieren. Trotzdem wird es mir
ewig in Erinnerung bleiben, da es eines von zwei Konzerten war, die bei mir
Gänsehaut verursacht haben. Ich weiß nicht wie diese vier Kärntner es geschafft
haben so eine unheimliche Energie mit ihrer Musik freizusetzen, aber ich bin
froh, dass sie es tun. Und sie machen es großartig. „God“, „Stay“ und „The
Retainer“, als die musikalischen Sinnesschmeichler wurden so grenzgenial
dargeboten, dass nur ein Besuch eines ihrer Konzerte – in der Größenordnung „P.P.C“
– ans Herz gelegt werden kann. Vom handfesten Gitarrenrock bis hin zu einem
sphärisch Sound (der irgendwie doch an
Sigur Rós erinnert) unterstrichen von elektronisch/akustischen Experimenten.
Der kalte Studiosound des Albums – der an sich schon Lust auf mehr macht –
beschreibt die Schönheit (ich kann es nicht anders nennen) der Klänge nicht mal
annähernd. NL ist eine Liveband, bzw. eine Band die man Live sehen MUSS.
Normalerweise schwärme ich von Bands nur ganz selten so uneingeschränkt. Wer
sie jedoch live erlebt hat, wird mir uneingeschränkt recht geben. Dank gilt
auch D., der mich spontan (trotz immensem Zeitmangel) dazu animiert hat dieses
Konzert zu besuchen.
Neben dem phantastischen (nein ich werde es nicht mit „f“ schreiben!!!) Konzert, gestaltete sich der Tag überaus ansprechend, mit herrlichem Sonnenschein. Dabei vereinfachte sich die Ausarbeitung von „Technologiemanagement“ nicht unbedingt. Was mir noch auffiel: Wir haben/hatten scheinbar im Gegensatz zum neuen Campusgebäude der FHJ Graz, akuten Frauenmangel. Dies sticht erschreckenderweise schon nach wenigen Minuten unübersehbar ins Auge...
Am darauffolgenden Mittwoch, begaben wir uns
in die Minoritensäle in
Graz. Sören Kierkegaard
wurde gelesen und sogar teilweise verstanden. Im sehr familiären Umfeld
las und besprach man, warum der Tod der denn Motivator für’s Leben sei. Es wurde auch aufgeworfen, dass wir in einer permamenten Situation des Verzweifelns sind. Da
wir ja nicht so sein wollen wie wir sind, und nach etwas streben, bei dessen
Erreichung wir wieder verzweifeln, weil wir nicht mehr die sind, die wir waren,
bevor wir dies erreichten… Alles nicht ganz so leicht zu kapieren, aber
deswegen nicht minder interessant. Da der Tod für mich sowieso ein
interessantes und diskussionswürdiges Thema darstellt, kam mir diese
Lesungsreihe (smi hat schon davon berichtet) gerade recht. Meiner Meinung nach
sollte es mehr Veranstaltungen dieser Art geben, die vielleicht in weniger
gehobenem Rahmen ausfallen. Auch das Ambiente einer Selbsthilfegruppe hat etwas
die durchwegs engagierte und positive Stimmung getrübt. Ein Forum mit
Diskussion und Debatten, sowas fehlt… sehr… vor allem im Bezirk… wird sich aber
kaum etablieren. Jedenfalls war es eine Erfahrung die ich mit Freude gemacht habe
und kann nur sagen: Mehr davon… einen alten Hobbyphilosophien würde es freuen
;)
Öh, ja… am Donnerstag (15.03.) blieb ich dann
doch mal zu Hause.
Schließlich gab’s für die FH auch noch genügend zu tun
(erstes Kapitel der DA, Ausarbeitungen, etc.).
Leider war diesmal und unerwarteterweise das ORF-Fernsehprogramm (unter
anderem wegen dem Ernährungsschwerpunkt) zu – ja man glaubt es kaum – gut, um
es nicht zu konsumieren. Wenn man schon mal mit den Dokumentarfilmen „We feed the world“ und „Super Size Me“, garniert mit
der neuen Satiresendung „Die
vier da“, serviert bekommt, kann man sich ja fast nicht der guten alten Glotze
verweigern.
Exkurs „Die vier da“: Rupert Henning, Thomas Maurer, Florian Scheuba und Erwin Steinhauer schlüpfen jeden Donnerstag (ca. 22:00 Uhr) in unterschiedlichste Rollen und präsentieren bissig-satirisch Themen der österreichischen Medien- und Politwelt. Dabei proklamieren sie in einer Sendung, alle österreichischen Tages- und Wochenzeitungen zu viert zu gestalten (Stichwort: „Afro-amerikanischer Asylwerber“) oder persiflieren in einer anderen den Landeshauptmann J.H. und ziehen pikante Vergleiche (Stichwort: „Wolfsberger Prozesse“). Einen Eindruck – der meiner Meinung nach besten Folge bislang – kann man sich bei YouTube machen: http://www.youtube.com/watch?v=1abEu8I7C8w
Bis dato hatte ich „We feed the world“ nur aus einigen Reviews gekannt. Die verhießen Vielversprechendes. Direkt enttäuscht wurde ich nicht, aber auch nicht überwältigt. Das liegt vermutlich an dem Dokumentarfilm von Nikolaus Geyrhalter namens „Unser tägliche Brot“ (Alternativlink: http://www.unsertaeglichbrot.at/jart/projects/utb/website.jart ), dessen kommentarlose Bildgewalt (und ähnliche Thematik) mich letztes Jahr auf der Diagonale 2006 dermaßen beeindruckt hat, dass ich bis heute davon schwärmen muss.
Im Schubertkino ergatterte ich im letzten
Moment eine Restplatzkarte und durfte mich in die zweite Reihe setzen. Die
Leinwand also
mehr über, als vor mir. Während des Films herrschte absolute
Stille. Kein Diagonalebesucher gab auch nur den kleinsten Ton von sich. Bei
einer besonders einprägsamen Stelle drehte ich mich kurz um und blickte in die
Gesichter der Leute hinter mir: Gebanntes Staunen, vor Entrüstung verzogene
Mundwinkel, angewiderte Minen, von der Leinwand abgewendete Gesichter. „Ja, es
ist wahr. So geht es in der Nahrungsmittelindustrie zu. Was dachtet ihr denn?“,
ging durch meine abgeklärten Gedanken. Ich überspielte damit aber nur, dass es auch
mir in einen kleinen Schock versetzte. Auch diese betonte perfide Perfektion
der Maschinen verblüffte mich immer wieder aufs Neue. WIR Konsumenten sind
DAFÜR verantwortlich. Hut ab. Auf das können wir wirklich stolz sein.
*kopfschüttel*
Dieser Film, in dem kein einziges Wort gesprochen wird, kein so genannter Experte uns mit – ach so schlimmen – Zahlen überhäuft, keine Ortsangabe gemacht wird und keine einzige Textzeile über das Bild huscht, ließ auch den hartgesottensten Aktivisten und Diagonalebesucher nicht kalt. Das schöne an dem Film: Er klagt nicht an. Es gibt im Gegensatz zu „We feed the world“ oder auch „Darwin’s Nightmare“, keinerlei Schuldzuweisungen. Weder auf den großen Nestlé Konzern, noch auf irgendeinen ausbeuterischen Staat wird mit dem anklagenden Finger gezeigt. Trotz der durchaus hohen Qualität der beiden oben genannten Dokumentarfilme dieses Genres vermag „Unser täglich Brot“ etwas zu schaffen, um dessen Suggestion sich die anderen beiden hart bemühen und nicht annähernd so gut hinbekommen: Man weiß um seine persönliche Verantwortung. Man fühlt sich nicht nur betroffen und denkt sich: „Jo, is eh schlimm, owa, wos sull ma mochn?“. Nein, diese Stimmung im Saal 1 des Schubertkinos, war von einer betrübten Nachdenklichkeit geprägt, deren Nacherzählung nahezu unmöglich erscheint. Man weiß dass man Schuld an der jetztigen – und ich kann es nicht anders ausdrücken – perversen Situation ist. Nikolaus Geyrhalter übertreibt nicht in seiner Bildsprache. Er zeigt nicht besonders grausame Szenen. Er zeigt die Realität. Auf die Frage, warum denn keine Ortsangaben gemacht wurden, antworte er knapp, damit, dass es keinen Unterschied mehr mache, wo diese oder jene Szene in Europa passiert. Die „Produktionsstätten“ seien völlig austauschbar. Soviel zum momentanen „Ja, natürlich“ Wahn… (Die hochgezüchteten, antibiotika-verseuchten Schweine, hatten mit ihrem Bauer nicht so viel Freude, wie das Werbeschweinderl ;)).
Lange und ausgiebige Diskussion folgten dem Film postwendend. Ich kann ihn nur mit Nachdruck jedem ans Herz legen. Meiner Meinung nach sollte er verpflichtend im Biologieunterricht (o.ä. Unterrichtsgegenständen) an den Schulen vorgeführt werden und eine dementsprechende Diskussion beigefügt werden.
„Super Size Me“ geht in eine etwas andere
Richtung. Es zeigt den selbstlosen Selbstversuch eines mitdreißiger New Yorkers, der sich 30 Tage lang nur von McD Futter ernährt. Nebenbei versucht er
seine tägliche Bewegung auf ein Minimum zu reduzieren. Dieser Dokumentarfilm
arbeitet sich „etwas“ plakativer durch
die Ernährungsthematik und stößt die
größte Fast-Food Kette unseres Planeten im wieder vor den Kopf. Auch der Film
ist phantastisch gemacht und schockiert so richtig. Was mich allerdings stört
ist die Simplifizierung des Problems auf eine Fast-Food Kette. Der
durchschnittliche euroamerikanische Liebhaber solcher „Imbissbuden der Moderne“,
könnte unter Umständen die Message falsch verstehen und sich denken: „Also wenn
ich die Fast-Food Ketten meide, dann passiert mir das auch nicht.“ Genau liegt
aber der Hund begraben. Morgan Spurlock
benutzt diese Restaurants (in dem Fall eben McD) nur als plakativen Träger.
Als Hyperbel sozusagen (um mir einen Begriff der Literatur zu leihen). Hätte er mehr darauf gepocht, dass es eine solche
Ernährung allgemein eine ist, die durchaus tödlich sein kann, hätt er des Pudels Kern
besser getroffen. Aber ich verstehe auch seine Beweggründe: So wird die
Botschaft transportiert und so kommt sie (mit größerer Sicherheit) an.
Sofern ich mich erinnere verlief der Freitag
unspektakulär. Alleinig die Präsentation der Technologiemanagementthemen („Schnittstellenmanagement
im Innovationsprozess“) ist erwähnenswert. Obwohl, naja…
Lobenswerterweise meldete ich mich schon zu Beginn des Semesters für eine Präsentation unseres jahrgangsumfassenden Projektes aus der Lehrveranstaltung „eBusiness 2“. Als Programmmanager (also quasi – zusammen mit A. – der Chef der Truppe) verpflichtete mich das förmlich dazu. Daneben tat ich es aus freien Stücken (man bedenke, es war schließlich ein Samstag), da ich dieses Projekt als sehr gelungen – in der Aufgabenstellung, wie auch in der Durchführung – empfand. Und sowas kann man dann auch guten Gewissens nach außen transportieren.
Tja, der Wille war da. Das Publikum „eher“ nicht. Zwanzig Minuten vor insgesamt vier Leuten zu präsentieren, war durchaus NICHT in meinem Sinne.
Zumindest konnte ich noch ein paar Leute animieren sich andere Vorträge von IMA (Informationsmanagement @ FH-JOANNEUM Graz) anzuhören.
Tja...
Eine durchwegs ereignisreiche Woche. Leider hab ich wieder mal nicht alle kritischen Elemente einfließen lassen, aber naja… kommt bestimmt noch…
Apropos kommt bestimmt noch: Teil 2 (mit Kalenderwoche 12 und eventuell 13 in Kombination) folgt…