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*Update am 01.02.2006*

Ja, letzten Sonntag war es endlich soweit. Mutter Natur hat Österreich letztendlich doch mit ein paar Schneeflocken gesegnet, was von mir sogleich schamlos ausgenutzt wurde um einen Ausflug in die Obersteiermark zu wagen. Genauer gesagt nach Schladming.
Wieder einmal fand ich mich auf der Reiteralm wieder. Ein Schigebiet verbunden mit unzähligen Erinnerungen: Mein zweiter Skikurs, Ausflüge mit meinen Leuten dorthin, das Skiwochenende 2006 und und und.
Ohne weitere Umschweife: Abgeholt wurden C., P., N. und ich, von einem Privat organisierten Bus, der exquisites Services bot, vor dem sich jede Fluglinie verstecken kann. Gerade mal den Fuß in den Bus gesetzt wurde uns Kaffee, Brot und Zeitungen angeboten. Ein herrlicher Start in den Tag. Was will man mehr? Einziger Wermutstropfen zu diesem Zeitpunkt war das bewölkte und verschneite Wetter.
"Des reißt sicher auf", scherzten wir. Als wollte uns die Natur unsere Arroganz nicht durchgehen lassen, blinzelte die Sonne nach der ersten Abfahrt durch die Wolken und belehrte uns eines Besseren. Der Rest des Tages war von herrlichestem (Sonnenschein)Wetter und ganzheitlich schneebedeckten Pisten gekennzeichnet.
Leider scheint dies (heuer) der letzte und einzig wirklich Kontakt zum Wintervergnügen gewesen zu sein. Traurig. Vor allem für einen Wintersportfan wie mich. Irgendwie mangelt es aber auch an der richtigen Winterstimmung, wenn man mitten im Jänner bei 15° Celsius am Hartplatz kicken geht...

"Wer Kühe schlecht malen kann, sollte sie melken."
Wilhelm Leibl (1813 - 1900), deutscher Maler des Realismus
"80% unserer Wahrung ist das, was wir interpretieren"
Vera F. Birkenbihl
Heute Vormittag freute ich mich richtiggehend auf Kupfis Geburtstagsparty. Jede Menge Leute, genug zu trinken, vorprogrammierte, interessante Diskussionen, und gaudig as usual.
Offensichtlich schadet zuviel Vorfreude (oder auch das falsche Essen) dem Metabolismus und vor allem der Verdauung. Der Tag drehte sich und wurde von Minute zu Minute beschissener - im wahrsten Sinne des Wortes.
Widerwillig und resignierend griff ich am Nachmittag zum Hörer und musste ihm meine Absage mitteilen. Ich hatte beschlossen, dass es keiner der Anwesenden es amüsant finde würde, wenn ich mich alle paar Minuten auf's WC verabschieden müsste.
Ich hasse Absagen, vor allem in - quasi - letzter Sekunde. Und ganz besonders, wenn man schon zugesagt (und sich darauf gefreut) hatte.
Gut, kann man nix machen. Trotzdem zipft's mich an. Sehr.
Ich nutze den Abend um mich für morgen irgendwie fit zu machen und wieder auf den Damm zu bringen. Die Zeit kann ich ja mit Lesen verbringen, und mit "Theorie der Unbildung" von Konrad Paul Liessmann weitermachen. Ein stimmig geschriebenes Buch zur Vermarktung des "Wissens" in der heutigen Gesellschaft, u.v. anderen Überlegungen. Eine ausführliche Rezension gibt's, wenn ich damit fertig bin und es halbwegs verarbeitet habe :).
Vielleicht bin ich noch irgendwie in der Lage einen inhaltsvolleren/tiefgründigeren Blogeintrag über die letzten Wochen zu verfassen. Es hat sich einiges begeben.
so long...

I don't quite know
How to say
How I feel
Forget what we're told
Before we get too old
Show me a garden
that's bursting into life
Witzigerweise hat es dieses Video schon vor der Wahl gegeben. Trifft jetzt aber genau ins... öhm... Schwarze *hust*
So unglaublich aber dennoch wahr: Am Sonntag waren unsere Kollegas
und wir im Freien in kurzen Hosen Fussballspielen statt auf der Piste
auf unseren Skiern und Boards.
Diese Wetterlage kann ich eigentlich nur Gutes abgewinnen: Kein Schnee
auf den Straßen, kein morgentlicher Stress zur Arbeit zu kommen und
nicht einmal eine Jacke nötig... Fast wie im Mai.
Globale Erderwärmung hin oder her, wen kümmerts schon, wenn Orkane
Dörfe vernichten, das Polareis bald Geschichte ist, und Küstengegenden
bald das Meer von unten sehen dürfen? Klimazonen verschieben sich, die
Gletscher verschwinden, keinen interessierts!
Tschorts Dabbl-You, vielen Dank, dass du das Kyotoabkommen gebrochen
hast. Immerhin ist dein Land für ein Viertel der
Kohlendioxid-Emissionen weltweit verantwortlich, doch du betrachtest
Kohlendioxid nicht einmal als klimawirksamen Schadstoff. Hey, dafür
darf ich dann meinen Enkeln erzählen, wie schön es doch einst war, Ski
auf Schnee zu fahren, auf diesem weißen Dingsda...
Na gut, du hast vor deiner Wiederwahl versprochen dich daran zu halten,
aber wir nehmen dir nicht übel. Aus Kyoto auszusteigen ist sicher die
"zweitbeste" Lösung. Schließlich ist es eh nichts neues,
Wahlversprechen nicht zu halten. Wir in Österreich wissen das.
Doch wo hab ich grad noch angefangen? Ach ja, richtig: die
Temperaturen. Die ersten Vorboten der Apokalypse. Zu drastisch? Find
ich nicht. Vielleicht helfen ja Tempolimits, die helfen immer und sind die einzige Lösung.
Ich bin ja auch froh, dass in China, wo läppische 1.400.000.000
Menschen leben nur jeder hundertste ein Auto fährt, in Indien immerhin
auch mit 1 Mrd. Einwohnern, ist der Schnitt etwas besser. Jeder zweite
Mensch hat seine Wurzeln entweder in China oder in Indien. Wie
spannend.14 Millonen Schuhe pro Tag und 50 Millionen Kleidungsstücke
werden in China täglich hergestellt, im allgemeinen ist der
Wirtschaftsaufschwung enorm. Und die Mittelschicht und somit die Anzahl
der Autos wächst.
Aber das ist ja alles sooo weit weg! Richtig! Deshalb widmen wir uns
den wirklich relevanten Themen: P. Hilton kommt zum Opernball. Wie
spannend. Und in China ist ein Sack Reis umgefallen - oh sorry,
schweif schon wieder ab.......
Ich war ja schon immer Blogger. Früher in Buchform, heute halt digital.
Fast auf den Tag genau vor 15 Jahren entstand einer meiner ersten Einträge in meinem Tagebuch:

Für alle, die meine Schrift nicht entziffern können:
"Heute waren wir bei meinen Großeltern. Bei der Oma sind wir Pop gefahren. Dann gab es Mittagessen. Danach sind wir zu meiner Tante gefahren, zu einer Schmuckparty. Dann sind wir nachhause gefahren."
Zunächst möchte ich mich bei meiner Volksschuldirektorin bedanken, die uns immer wieder ermutigte Einträge zu schreiben, damit wir später schöne Erinnerungen an unsere Kindheit haben.
Der Eintrag an und für sich ist ja gespickt von Schmanckerln. Schon mit acht Jahren war "Pop" kein Fremdwort mehr ;-). Ganz zu schweigen von den Wortwiederholugen. Doch ich war meiner Zeit vorraus: die neue Rechtschreibung war mir schon zu dieser Zeit ein Begriff (nachhause ;-) Aber: Was zum Geier hab ich auf einer "Schmuckparty" verloren!? WTF? Naja, wenigsten kann ich mich nicht mehr daran erinnern.
...aber leider zur falschen Zeit. Ich bin ja bekennender "Six Feet Under" Liebhaber...
Wie kann man eine Serie samstags um 00:10 Uhr laufen lassen? Gerade zu der Zeit, bei dem das sehende Publikum (18 - 35 Jahre) sicher nicht vor dem Teleschirm sitzen wird...
... wieso?
Das wird dann wohl nix aus der fünften Staffel... so ein Mist
"Wenn man jung ist, macht man keine Fehler, man probiert nur aus" N/P S3
Es ist getan. Das Jahr 2006 ist vorbei.
Eigentlich passieren Jahresrückblicke gewöhnlicherweise vor dem Jahreswechsel, aber nachdem der Jahreswechsel selbst nur ein fiktiv festgelegter Zeitpunkt ist, um gewisse Periodizität und somit Struktur in unser Leben zu bringen, sei mir diese Ausnahme vergönnt… Silvester war – im wahrsten Sinne des Wortes – eine Reinigung, ein Neuanfang. Bedingt durch zu viel Alkohol. Ja ich bilde keine Ausnahme, zu Silvester genauso blunznfett zu sein wie wahrscheinlich 70% der mitteleurop. Bvk. Auch mein Individualismus hat Grenzen ;). Im Grunde sind wir doch nur Herdentiere die auf andere psychisch und physisch angewiesen sind, bla bla bla. Punktum, es is einfach a Gaude mit anderen Leuten.
Erase and rewind, because I'm changing my mind...
Aber spulen wir etwas zurück, genauer gesagt ein Jahr und drei Tage. Die der letzte Jahreswechsel fand am Salzstiegl statt. Auch ganz schön flüssig und amüsant, aber 06 auf 07 wird auch zukünftig schwer zu toppen sein, in allen Bereichen. Egal.
Zwotausendundsechs. Ein intensives Jahr und dies nicht nur weltpolitisch, sondern auch für mich persönlich. Seit langem habe ich mich wieder weiterentwickelt. Okay, vielleicht nicht weiterentwickelt (für mich noch etwas schwer fassbar), aber ich habe gelernt. Ich habe einen kleinen Teil des Lebens verstehen gelernt. Die Augen wurden mir zwar sehr unsanft aufgerissen, aber mittlerweile bin ich dankbar dafür. Überaus dankbar. Vor allem im letzten halben Jahr habe ich mehr gesehen und verstanden als die letzten drei Jahre zusammen. Ich bin emotionsvoller, weitsichtiger, hellhöriger, selbstbewusster, aber auch in gewisser Weise kälter geworden. Und ich habe gelernt in gewissen Situationen auf meinen Bauch zu hören, anstatt auf meinen Kopf.
Hab gelernt…
… Risiken einzugehen
… Nicht nachzudenken, einfach zu handeln
… Sich weiter hinauszulehnen, als gut für einen sein mag
… zu Begeistern, zu Enttäuschen, verbissen etwas zu erreichen; In anderen Worten: den Pathos des Lebens zu intensivieren.
Der Zweiteilung erster Streich
Die erste Jahreshälfte war zwar schön, aber ich fühlte mich blockiert, wie ich es schon mehrmals in Beziehungen erlebt habe. Währenddessen redete ich mir zwar was anderes ein, aber das kennt man ja… Tief drinnen wusste ich, dass es das nicht sein kann. Es drang nicht nur nicht in mein Bewusstsein vor. Es konnte mich nicht wachrütteln. Oder ich wollte mich gar nicht wachrütteln lassen. Darum höre ich seit diesem Zeitpunkt mehr auf mein Gefühl. Trotzdem war die Erfahrung sehr wichtig, wichtig um vor allem mich selbst besser kennen zu lernen. Nur wenn man sich selbst – halbswegs - erfasst kann man sich verändern. Die Veränderung war keineswegs geplant und ist auch nicht wirklich drastisch, aber ich habe nun meine rosarote Brille jugendlicher Naivität größtenteils abgelegt.
Was mir dann doch abging, war der Besuch einer (fast) alljährlichen Musikgroßveranstaltung. Obwohl ich mit zunehmenden Alter lieber Konzerte von meinen Lieblingsgruppen im kleineren Rahmen bevorzuge, ghört ein Festival einfach dazu. Urlaub von Geist und Körper in einer – teils – bizarren Traumwelt, die trotz kompletter Kommerzialisierung/Alkoholisierung noch immer etwas vom Geist der allerursprünglichsten Großveranstaltung verbreitet. Geht es um die Musik? Geht es um die Leute? Ich glaube es ist einfach ein Stück Lebensgefühl oder Lebensqualität (obwohl man ja von Qualität der Veranstaltungen nicht unbedingt sprechen kann). Für mich gibt’s einfach nichts Bereicherenderes (definitiv nicht) als mit Leuten in einer lauen Sommernacht mit einer Gitarre herumzusitzen und über Gott und die Welt zu sprechen. Notwendigerweise müssen keine bewusstseinserweiternde oder –einschränkende Substanzen im Spiel sein.
Mir fehlte auch das Beachen in Lankowitz. Der ungezwungene Spaß am Spiel. Ich habe zwar des Öfteren den Mikasa Ball über das Netz gedroschen, aber es hatte meistens einen fahlen Beigeschmack. Der Früh- und Hauptsommer war sowieso nicht das, was ich mir vorstellte. Außer dass das Wetter nicht mitspielte, und wir bis August am Projekt arbeiteten, hatte er nicht viel. Sei’s drum. Ich war – zumindest vermute ich das – verhätschelt von den Sommern zuvor. Die schon was Grandioses an sich hatten. (Ich erinnere an das Sangria trinken beim gleichenzeitigen Besuch eines Fußballmatches der Lankowitzer Ersten, mitten in der Woche. Es war zwar - wie so oft - mit Alkohol verbunden, aber dabei schwang ein gewisses Gefühl der Unbeschwertheit mit.)
Apropos Fußball. In diesem Jahr entdeckte ich auch meine Leidenschaft für das runde Leder wieder. Nachdem ich aus Verärgerung über die Betreuung und ein paar anderen Umständen, die Fußballschuhe nach zehnjähriger, aktiver Mitspielschaft im WSV Piberstein (Jetzt: FC Lankowitz) im Alter von 16 an den Nagel hing, nahm ich nur hin und wieder an diversen Landjugendturnieren und Freizeitkicks teil. Ich merkte nicht, wie sehr mir das treten des Leders fehlte, bis ich wieder regelmäßig anfing und mehr Spaß und Ehrgeiz als je zuvor dafür entwickelte (im Zuge der wöchentlichen Hallenkicks). Beim alljährlichen Landjugendkleinfeldfußballturnier verließen wir die Arena als ungeschlagener Dritter. Aufgrund von eklatanten Schwächen in der Ausdauer und eines zu dünnen Nervenkorsetts. Vielleicht spielte auch das nicht vorhandene Training eine Rolle. Das soll sich heuer nicht wiederholen. Ich möchte mit den Jungs, dieses verdammte Turnier endlich gewinnen. Erste Etappe dahin ist das Hallenturnier.
Second half
Die zweite Jahreshälfte war hauptsächlich bestimmt durch Berufspraktikum, zu viel Alkohol an zu wenigen Anlässen, Mariazell, Oktoberfest München, meine anhaltende – ich nenne sie jetzt so – Quarterlife Crisis, und die Menschen die ich kennengelernt habe und mich bereichert haben.
Crisis ist vielleicht das falsche Wort. Ich bin einfach an einem Entwicklungspunkt im Leben angekomnen. Grundsätzlich ist es kein Punkt, sondern eine längere Zeitperiode. Wenn alles gut läuft werde ich heuer mein Studium beenden und dann stehe ich nur noch einen Schritt entfernt vom ‚wirklichen’ Leben. Ob ich den Sprung in die Arbeitswelt wage, oder mich noch anderweitig weiterbilde, kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten. Dem Thema werde ich mich ein anderes Mal widmen.
2006 ist passé: Es war nicht perfekt, und auch nicht das mieseste Jahr bislang, aber irgendwie glaube ich 2007 wird guuuuhuuut. Verdammt gut.
Um mal wieder ein bisschen Abwechslung hier reinzubringen, habe ich mir vorgenommen, von Zeit zu Zeit einige Songs zu "analysieren".
Song: Take me out
Interpret: Franz Ferdinand
Jahr: 2004
Album: Franz Ferdinand
Franz Ferdinand - ihreszeichens offensichtlich angetan vom gleichnamigen österreichischen Thonfolger - haben tatsächlich diesen Namen gewählt, weil dessen Ermordung einen so entscheidenden Effekt auf die Weltgeschichte hatte.
Mit "Take me out", der zweiten Single aus ihrem Debütalbum gelang der internationale Durchbruch. Die Jungs aus Glasgow gehören seit meiner Abrüstzeit vom Bundesheer zu meinen absoluten Lieblingsbands, nicht zuletzt wegen diesem Song und ich denke mir mal, Itchy wird mir da auch recht geben. Hört man diesen Titel zum ersten Mal fällt einem sofort der Rythmuswechsel nach den ersten Takten im Lied auf, welcher sofort zum "abgehen" verleiten. Einmal gehört, bleibt er im Ohr... Sensationell auch das video, was nicht zu unrecht oft als "Meisterwerk der Videokunst" bezeichnet wird. Die Jungs habens eben drauf!
"So if you're lonely
You know I'm here waiting for you
'm just a cross-hair
I'm just a shot away from you"
Song: The Show must go on
Interpret: Queen
Jahr: 1991
Album: Innuendo
Da voriges Jahr mein persönliches "Queen"- Jahr darstellte, möchte ich heute über eine der letzten Singles schreiben, die Freddie Mercury gemeinsam mit Queen aufgenommen hat."The show must go on" und "These Are the Days of Our Lives" stellt quasi den Abschied Mercurys dar, da er bereits wusste, dass sein Leben bald ein Ende nehmen würde, weil er schon seit längerem an AIDS erkrankt war, diese Tatsache allerdings vor der Öffentlichkeit lange geheimhielt. Das Album "Innuendo" erschien Anfang Februar '91, also knapp zehn Monate vor Mercurys Tod. In einem Interview sagte Gitarrist und Freund Brian May,dass Freddie nur noch selten an den Tracks arbeiten konnte, doch der willensstarke Mercury meinte bloß: "Schreibt mir was ihr könnt, ich werde es singen." Wenige Stunden vor seinem Tod gab er seine mittlerweile offensichtliche Krankheit bekannt. In den Tagen nach seinem Ableben brach ein wahrer Ansturm auf die vierte Singleauskopplung von "Innuendo" aus, und der Titel erreichte in mehreren Ländern Top 10 Platzierungen.
"My soul is painted like the wings of butterflies,
Fairy tales of yesterday, will grow but never die,
I can fly, my friends!"