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Time to blog...
Freiraum für Gedanken... as thestandard says...
Bereits zwei volle Monate in der Arbeitswelt und der erste Lack bröckelt ab. Nicht bei mir, nein bei der Fassade die Vorstellung vom Job nannte. Nicht die Tätigkeit und die Arbeit an sich. Die sind größenteils in Ordnung (natürlich gäbe es immer etwas zu beanstanden), aber das Arbeiten per se "nimmt" mich etwas her. Nicht dass es überanstrengend wäre, keineswegs, aber es schränkt die Freizeit und die freie Zeit für mich selbst immens ein. Momentan ist das noch alles schwer zu schreiben. Ich sollte dies tun, wenn ich wieder die richtigen Worte finde.
Deswegen nur ein kurzer Überblick:
Partyalarm
... und das erste Event war eine Hochzeit! 33 Stunden war es mittlerweile her, dass wir unsere Heimat verlassen hatten, und zugegebener Maßen sahen wir auch furchtbar aus. Doch das alles spielte keine Rolle, und so kam es, dass wir plötzlich auf einer Hochzeit mitten in Melbourne waren, und das noch mitten in der Nacht. Es war von unserer Tante Sarah eine liebe Bekannte, die heiratete und wo sie und ihre Familie eingeladen waren. So kam es, dass wir noch am selben Abend (jetzt wirds kompliziert) alle kennenlernten, die zu Dragans Familie gehörten: Seine Frau Theresa, die beiden Kinder Sarah und Alex sowie den Mann von Gorans Tante, Momo.
Gegen halb 2 morgens war die Hochzeit zu Ende und wir fuhren zu Sarahs Haus, um dort zunächst mal unser Quatier zu beziehen. Völlig durcheinander und hundsmüde schliefen wir bis 11 Uhr am nächsten Morgen.
Der Grrrilll
Der folgende Tag war zunächst gekennzeichnet von Müdigkeit. Nichts desto trotz unternahmen Momo, Goran und ich eine kleine "Bezirksrundfahrt" im Noble Park (so der Name der Ortsteils), um einen ersten Eindruck über die Gegend zu gewinnen. Dabei zeigte uns Momo eine orthodoxe Kirche, welche er selbst mit Backsteinen selbst gebaut hatte. Ziemlich beeindruckend. Fotos hiezu folgen noch. Wieder zuhause angekommen, stand am heutigen Tage eine kleine Grillfeier auf dem Programm, bei denen uns (erstmals bei Tageslicht) Dragan mit Familie beiwohnte. Dabei hab ich mir ne nette Angewohnheit zugelegt, nämlich die, dass ich jeden Tag zumindest ein neues Bier probierte. Neben Chicken gabs Steaks und Kartoffeln vom Backofen, sowie gegrillte Koalas. War nurn Scherz.... Die Kartoffeln waren gebraten ;-)
Relaxen
Nach stundenlangen Gesprächen mit unserern Verwandten in Melbourne brach die Nacht herein. Somit wurde es Zeit, ein wenig zu relaxen, und im Haus noch das eine oder andere Bier zu genehmigen. Währenddessen lief im TV Tennis. Und natürlichen waren es die Australien Open, die da zu sehen waren. Live. Aus Melbourne. Somit war auch schon beschlossen, dass wir dort ungebingt hin mussten. Doch noch war es nicht soweit, es war erst der erste Tag, und wir hatten noch viel vor. Seltsamerweise verspürte ich keinen Jet-Lag ... noch nicht....
Am Abend des 10. Jänners packte ich noch meine letzten Sachen: ein paar T-Shirts und vor allem kurze Hosen. Irgendwie seltsam mitten im Winter die Shorts aus dem Kasten auszugraben. Schwer vorstellbar, dass es um diese Zeit irgendwo so warm sein kann, dass man diese Sachen tragen könnte. Wie dem auch sein, nachdem der Koffer geschlossen und dreizehn Kilo schwer war, verabschiedete ich mich noch von meinem Dad und den übrigen Verwandten, bevor ich zu Sonja fuhr, um dort die letzten Stunden vor der Abreise zu verbringen. Neben Sonja war ja noch ihr Dad mit von der Partie, nicht zuletzt deswegen, weil es seine Tante war, die uns Unterschlupf bei unsererm Ziel in Melbourne gewähren sollte. Gegen 22 Uhr Abends konnte ich dann doch noch einschlafen, da wir bereits um 1 Uhr morgens wieder raus mussten. Diese vier Stunden waren schnell um, und so war es auch, dass ich zu dieser Zeit meine Mutter abholen musste, da sie und meine ältere Schwester Doris, die in Voitsberg wartete, uns nach Wien zum Flughafen brachte.
Gegen zwei Uhr waren wir dann auch schon auf der Autobahn unterwegs, um schließlich, Viertel nach vier, in Schwecht anzukommen. Nach dem Abschied von Doris und Mom hieß es zunächst einmal warrten. Erst fünfzig Minuten nach Ankunft war der Check-In, und weitere 2 Stunden später das Boarding. So saßen wir um halb acht in unserem 320er Airbus der British Airways um in Richtung London zu starten. Für Sonja und ihren Dad war es das erste Mal im Flugzeug, doch die größere Nervosität machte sich bei mir breit. Keine Ahnung warum, aber ich schätze Mal, dass da ein wenig Flugangst, oder zumindest ein gewisser Respekt. Was
auch immer.
Jedenfalls rund eindreiviertel Stunden später war das "Aufwärmen" beendet und wir landeten in London-Heathrow. Nachdem wir unser Gate für den Weiterflug ermittelt hatten, konnten wir erstmals unsere Gedanken sammeln, da es ja eigentlich noch relativ früh war. vor uns lagen ja immerhin noch mehr als 23 Stunden Flug. Es war an der Zeit, sich der "englischen" Umgebung anzupassen. Alles, was das Auge zu lesen bekam, war in Englisch verfasst. Ich bekam meine ersten Zqeifel, ob ich mich überhaupt noch in dieser Sprache ausdrücken konnte. Jedenfalls bestiegen wir um halb 1 (oder war es doch 11:30) unseren großen "Vogel", die 747- Boeing der Quantas Fluglinie. Meine Hoffnungen auf einen Platz am Notausgang zerschlugen sich, dennoch war ich froh darüber, dass wir zumindest eine eigene dreier-Reihe hatten und das Flugzeug mit einem gar nicht mal so schlechten Entertainment-System ausgestattet war. Nachdem wir abgehoben hatten gab es zunächst einmal Essen. Eine gute Gelegenheit, meinen angeschlagenen Magen zu beruhigen. Anschließend widmete ich mich meinem Bildschirm. Mit einer Integrierten Fernbedienung war es möglich, sie die aktuelle Flugposition auf einer virtuellen Landkarte anzeigen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir irgendwo zwischen Polen und Moskau. "Prima" dachte ich mir. Das könnte noch länger dauern. Da wir der Dunkelheit quasi entgegenflogen dauerte es auch nicht lange, bis es dunkel wurde. Schlafen konnte ich aber trotzdem nicht so gut. Also sah ich mir "Simpsons - The movie" - natürlich auf englisch. Wie ich später rausfinden sollte konnte man für die meisten Filme die Sprache auch auf Deutsch umstellen. Aber das war ja nicht Sinn der Sache. Langsam würde ich müde, und so schlief ich zumindest für ein, zwei Stunden ein.
Als ich zu mir kam, flogen wir gerade "neben" dem Himalaya vorbei zu unserer Zwischenstation nach Hongkong. etwas verwirrt, musste ich auf der Flugroute festellen, dass es bald wieder hell sein würde (Tag-Nachtzonen waren eingezeichnet). Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis die Sonne wieder aufging. Also landeten wir gegen 9 Uhr morgens Ortszeit in Hongkong. Etwas verwirrt, stiegen wir aus dem Flugzeug aus um uns kurze Zeit später wieder durchchecken zu lassen und das Flugzeug wieder zu betreten. Nach einstündigen ZWischenstopp und einer Flugzeit von 15 Stunden von London nach Hongkong ging es die letzen neun Stunden nach Melbourne. Gott sei Dank vermochte ich
es, vier Stunden davon zu schlafen. Auch Sonja und ihr Dad konnten ein wenig ruhen, ehe wir fünf Stunden vor dem Ende den X-ten Snack serviert bekamen. Nun dauerte es nicht mehr lange, und wir würden über Australien fliegen. Zwei Stunden später flogen wir tatsächlich über australischen Boden und wieder wurde es dunkel. Meine innere Uhr war stehen geblieben bzw. wusste nicht mehr, was z.ur Hölle da los war. Gegen 21.30 Uhr Ortszeit verließen wir das Flugzeug um zunächst
unsere Einreisekarte abzugeben. Nachdem wir unsere Koffer geröngt hatten durften wir endlich raus. Draußen am Ausgang erwarteten uns auch schon Sara, die Tante von Sonjas Dad Goran, und Dragan, der Sohn von Sara, um uns noch am gleichen Abend zum ersten Event in Melbourne zu bringen..
TO BE CONTINUED
Irgendwie schön, wieder Boden unter den Füßen zu haben. Nach insgesamt 50 Stunden Flugzeit und einem Besuch in einem der schönsten Länder bin ich seit Samstag wieder daheim.
Zurück aus Australien.
Muss noch einige Dinge aufarbeiten, bevor der große Bericht kommt. So I'm asking for your patience...
...heit geht da Wind
Gestern, Heute, Morgen
Der heutige Tag hatte etwas Bizarres, etwas das schon fast an Surrealität grenzte. Nach dem gestrigen - eher müden - Maturaball öffneten sich meine schlafgetrübten Augen gegen 12:00 Uhr mittags. Die in meinem Hirn abgespeicherte Tätigkeit konnte auch nicht durch den konsumierten Wein (der mir übrigens nach je zwei Achterl rot bzw. weiß nicht mehr schmeckte) verdrängt werden wodurch ich mich noch im Stande sah, das Mittagessen zu kochen... Mehr oder weniger, denn der Mix aus Wein und Bier hatte vom Vortag trotzdem bzw. die eigentlich erwarteten Nachwirkungen ausgelöst... Leichte aber deswegen nicht minder unangenehme Kopfschmerzen. Zudem schien es so als würde mein Hirn beim Aufstehen um ein paar km/h zu langsam beschleunigt werden, was wiederum leichte Schwierigkeiten bei der Interaktion in meiner vertikalen Lage mit dem horizontalen Fußboden verursachte. Da sich innerhalb dieser Sekunden wohl kaum das Erdmagnetfeld umgepolt und zurückgepolt hatte, ist die Ursache der aufgetretenen Gleichgewichtsprobleme ebenfalls dem Wein zuzuschreiben. Und da jede Ursache gemäß einem der grundlegendsten Gesetze der Physik immer eine Wirkung nach sich zieht, musste ich mich erst sammeln.
Irgendwann und irgendwo hatte ich den Entschluss gefasst in gewissen Dingen um einiges kürzer zu treten. Vor allem in Sachen unnötige und schädliche Genußmittel. Da macht mir meine momentane Lebensfreude leider gewaltig einen Strich durch die Rechnung. Natürlich gibt es auch Möglichkeiten beides nahtlos zu vereinen, nur scheint der Entschluss zwar meinerseits verbal formuliert zu sein, hat sich aber dennoch nicht im Bewusstsein, geschweige denn im Unterbewusstsein verankert.
Grundsätzlich war der Ball in Ordnung, nur haben mir die Gespräche und auch die Gesichter meiner Generation gefehlt. Gut, mein Ball liegt bereits sechs Jahre in der Vergangenheit, aber immer noch im Bereich 'da kann man noch hingehen ohne als Elternteil von jemanden bezeichnet zu werden'...
Zurück aber zum heutigen Tag. Nachdem ich feststellen musste, dass mein verfrühtes (fünf Stunden Schlaf sind eindeutig zu wenig) Aufstehen zwar lobenswert, aber fast schon unnötig war, sank ich demotiviert auf der Küchenbank nieder... Kein Strom, keine Möglichkeit zum Kochen, kein Kaffee *grml*. Dabei hatte ich mir schon ein neues, eigenes Rezept zurechtgelegt. Deftig aber sicherlich ein Gaumenschmaus. Curryputenbrust mit Ei (alá French Toast), gebraten und garniert mit Chilli con carne. Durch die unerwartete Stromlosigkeit konnte ich nur resignierend denken: 'Phantastisch, heute wird uns wieder mal unsere Abhängigkeit und Ohnmächtigkeit unter die Nase gerieben, aber so richtig'.
Der Blick nach draußen zeigte nur wie die gewaltigen Sturmböen auch die mächtigsten Bäume in der Umgebung wie Gräser im leichten Frühlingswind aussehen ließen. Der Blick nach draußen war allerdings nur halb so beeindruckend wie die Kombination mit dem akustischen Erlebnis. Man musste sich rausstellen, hören, fühlen, sehen und riechen. Diese - ich formuliere jetzt absichtlich überspitzt - Endzeitstimmung brachte Urinstinkte der menschlichen Natur zum Vorschein, die schon längst verkümmert und in Vergessenheit geraten waren. Es ist keine Angst, kein Respekt vor dem Naturschauspiel, eher etwas schwer zu erklärendes... Innerlich wird man gewarnt und ist trotzdem leicht paralysiert, dahingehend, dass es eine Faszination ausübt der man sich nur schwer entziehen kann. Vielleicht ist es bei mir soetwas wie Bewunderung der Kräfte von Pacha Mama. Da wir uns ja gern als Krönung der Schöpfung betrachten und manch einer unserer Gattung ein Ego hat, welches ihn vor sich selbst gottesgleich erscheinen lässt, zaubert mir ein Tag wie heute immer ein gewisses Schmunzeln auf die Lippen. Die Machtlosigkeit trotz all unseres Wissens gegenüber der Erde und ihren Gewalten ist denkwürdig. Ändert sich nur eine der fixen Lebens- und Umweltskonstanten in der Gleichung in der wir als Variable auf dieser Erde eingefügt sind, sind wir quasi plötzlich nicht mehr mehr als Gatsch bzw. Kohlenstoffgatsch.
Trotz der widrigen Umstände beinhaltete die äußere Umgebung eine schwer zu erkennende Schönheit. Der Lärm der im Hintergrund durch entfernten Druckausgleich (mehr ist ja 'Wind' nicht) enstanden ist und sich durch ein permamentes deutlich hörbares Brummen manifestiert hat. Die Sonne die ihre Strahlen nur ganz verstohlen durch die schwelende Wolkendecke zauberte und die Landschaft in Schattennuancen legte wie sie sonst das gesamte Jahr nicht zu sehen sind. Ähnliche (Sinnes)eindrücke wurden nur bei der damaligen Sonnenfinsternis 1999 geweckt. Dort gab es zwar keinen Wind und keine Böen, dafür in kürzester Zeit einen Temperaturabfall und eine verstörende Dunkelheit, die einen so schnell nicht mehr los lässt. Ich werde niemals die Stimmung der mehreren hundert Menschen vergessen, die mehrheitlich den schwarzen Kreis mit der goldenen Korona betrachtet haben. Das tat ich zwar auch, aber ich war schon damals mehr an den Reaktionen der Menschen auf das Ereignis interessiert, als am Ereignis selbst.
Vielleicht ist dies einer der wenigen Momente wo sich zeitgleich viele Menschen ihrer eigentlichen Sterblichkeit bewusst werden und so etwas wie eine kollektive Ernüchterung eintritt.
Ich habe 2007 so viel wie noch in keinem Jahr davor über das Leben nachgedacht, philosophiert, diskutiert und reflektiert. Aber ich habe das Leben auch gelebt und kann mich nur dem Dialog aus der Serie 'Six Feet Under' von Nate Fischer und einer Bikerin anschließen:
Bikerin: 'Mein Mann sagte immer, lebe jeden Tag so als wäre es dein letzter. Wissen Sie auch warum er damit recht hatte?'
N. Fischer: 'Weil es wirklich dein letzter sein kann.'
Wirkt, wenn man es nur runterließt, wie die Binsenweisheit die jeder schon gehört hat aber niemals verinnerlicht hat. Die Szene aus der Folge (S2/E8 oder E9), insbesondere dieser Dialog haben so etwas unheimlich Echtes und Ehrliches. Zum ersten Mal dringt diese Phrase tiefer in die Ratio ein. Man verarbeitet sie und wird sich dessen wirklicher Bedeutung bewusst. Vor allem an so einem Tag wie heute, wo die nicht vorhandene Verfügungsgewalt über unser eigenes Leben bzw. Ableben uns deutlicher als unser Spiegelbild vor die Nase gehalten wird.
...durch Session Timeout meinen Blogeintrag verloren... und dabei wollte ich wirklich wieder mal was schreiben... :/
Dear readers,
nur noch wenige Stunden, bis wir nach Wien aufbrechen. Leider hat den Jürgen die Grippe erwischt. Auf diesem Wege alles Gute.
Hab jetzt mal meine Kasten durchforstet nach brauchbarer Bekleidung. Draußen hats derzeit Minusgrade und ich hab meine kurzen Hosen mal rausgefischt. Eigentlich voll irre, man kann es sich ja gar nicht vorstellen, dass es jetzt irgendwo Hochsommer ist. Wie dem auch sei, das letzte Mal für zwei Wochen hab ich fürs Internat gepackt. Da war die Sache noch relaxter, weil ich ja wusste, was mich erwartet. Haber jetzt. Irgendwie ist ein wenig die Angst vorm Ungewissen da, trotzdem kann die (Vor)freude dies nicht mehr trüben. Mal abgesehn von meiner... naja Flugangst würd ich jetzt nicht sagen, sondern eher "Flugrespekt". Alles in allem sind wir ja rund 26,5 Stunden unterwegs. Daher werde ich wohl noch ein paar Gadgets einpacken, wie den Laptop. Weiters haben ich und Sonja uns mal ne zweite Compact Flashkarte besorgt. Was fehlt da noch? Keine Ahnung, die letzte Chance, was einzupacken hab ich ja morgen Abend nach dem Arbeiten, und dann gehts los. Werde versuchen, vorher noch was zu schreiben, ansonsten meld ich mich selbstverständlich aus Down Under. bye.